
Nach seiner Meinung gefragt, äußerte sich Bernd Brandes in der aktuellen Ausgabe der EuroHeat & Power zur Notwendigkeit der Überwachung von Hausanschlüssen.

Biomasse HKW
Biomasse-Heizkraftwerke ermöglichen in zunehmendem Maße umweltverträgliche Alternativen zur Deckung des Energiebedarfs. Der Gewinnung elektrischer Energie aus der Verbrennung der Biogase geht jedoch die verlustreiche Umwandlung der Wärme in Kraft voraus, weshalb Biomasse-HKWs erst in Verbindung mit Nahwärmeversorgungen wirtschaftlich zu betreiben sind. Nahwärmenetze benötigen erdverlegte, wärmegedämmte Vor- und Rücklaufleitungen für den Energietransport. Derartige Leitungen unterliegen insbesondere wegen des ständigen Lastwechsels thermischen Ausgleichsbewegungen, die dauerhaft nicht ohne Verschleiß bleiben. Hinzu können Rohrschäden durch die Art der Verbauung, äußere Eingriffe bei Erd- und Bauarbeiten sowie durch Verarbeitungsmängel kommen, die bei Neuanlagen nicht sofort erkennbar sind. Die Erfahrungen mit erdverlegten Heißwasserleitungen belegen, dass Schäden praktisch unvermeidbar sind.
Aus Kostengründen werden vielfach gedämmte, flexible Rohre mit PEX-Innenrohr angewendet, die Betriebstemperaturen bis ca. 80°C zulassen. Um diese Rohre flexibel zu gestalten, müssen weiche Dämmschäume geringerer Dichte verwendet werden, die auch einen geringeren Widerstand gegen die Längsausbreitung von Wasser besitzen sowie weichere Mantelrohre aus LD-PE, die gegenüber äußeren mechanischen Einflüssen weniger widerstandsfähig sind. Diese Rohre unterliegen der besonderen Gefahr, zu durchnässen, insbesondere wenn sie nicht, wie starre Kunststoffmantelrohre, mit Überwachungssystemen ausgestattet sind, die derartige Schäden frühzeitig erkennen und melden können.
Ohne äußerliche Anzeichen entstehen Energieverluste und der Verbund zwischen Innen- und Außenrohren geht verloren. Erst wenn im Winter der Schnee auf der Trasse taut, hat man Gewissheit über den Status und darüber, dass es einer Grundsanierung durch Austausch der Rohrleitung bedarf. Flexible Rohre werden zwar mit Diffusionssperren gegen Sauerstoffdiffusion und Gasen aus der PUR-Dämmung versehen, sie sind jedoch nicht absolut dicht gegen die Diffusion von Wasser. Bereits aus diesem Grund besteht bei flexiblen Rohren ein dringender Überwachungsbedarf auf Feuchten und Leckagen. Nur trockene flexible Rohre erfüllen die Erwartungen hinsichtlich Betriebsdauer und Wirtschaftlichkeit.
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