
Speziell für Ingenieurbüros und Planer angelegte Seminar-Reihe - Welche Überwachungslösung für welche Anwendung?

Die Laufzeitmessung, auch Impulsecho-Verfahren genannt, stammt aus der Kabelmesstechnik und wird hier standardmäßig zur Verortung von Kabelschäden verwendet.
Beim Kunststoffmantelrohr setzt man die "Laufzeitmessung" zur Ortung von intensiven Leckagen oder Aderunterbrechungen ein. Bei diesem Messverfahren wird zur Fehlerlokalisierung ein kurzer elektrischer Impuls (Signal) in das Kabel gesendet. Dieser Impuls breitet sich mit einer Geschwindigkeit von ca. 200.000 km/s im Kabel aus. Bei jeder Änderung der Kabeleigenschaften, z.B. Feuchte in der Isolierung oder Kabelbruch usw., kommt es zu einer Teil- oder totalen Reflexion des Messimpulses, die zu einer Anzeige im Messgerät führt.
Die Stärke der Reflexion wird bestimmt durch den Wellenwiderstand des Kabels (= Kupferader im KMR) und der Impedanz an der Schadensstelle. Aus der Zeit zwischen Senden und Empfangen (Laufzeit) des Impulses kann auf die Fehlerentfernung geschlossen werden. Da ein Kabel sehr gleichmäßig aufgebaut ist (paarige Aderanordnung im Vierer usw.), erfährt das Signal bis zu einer zu ortenden Fehlerstelle keine nennenswerten Teilreflexionen. Mit zunehmender Entfernung wird das Laufzeitsignal jedoch gedämpft und somit abgeschwächt. Dies erweist sich als ein Problem bei der Laufzeitmessung.
Die Dämpfung und die Teilreflexionen machen sich durch die, gegenüber einem Kabel relativ inhomogene, Sensorumgebung im Polyurethanschaum eines Kunststoffmantelrohres (Kupferader > PUR-Schaum > Mediumrohr) sehr stark bemerkbar, was teilweise zu einem nicht eindeutig definierbaren Laufzeitbild führen kann. Für die Fehlerlokalisierung im Kunststoffmantelrohr macht sich zusätzlich negativ bemerkbar, dass insbesondere die für die Fehlererkennung wichtigen hohen Frequenzen stärker geschwächt werden. Das bedeutet, dass Feuchtefehler oder gar Leckagen in größeren Entfernungen im Laufzeitbild nicht erkennbar sind. Daraus resultiert auch die Forderung, Rohrstrecken in etwa max. 500 m lange Abschnitte zu unterteilen, sodass mögliche Leckagen auch ortbar sind.
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