Stahlmantelrohre
Stahlmantelrohre bestehen aus einem oder mehreren Innenrohren. Diese inneren Mediumrohre sind aus Stahl (oder einem anderen Werkstoff) geformt, verfügen über eine Dämmung (Wärme- oder Kältedämmung) und ein Mantelrohr ebenfalls aus Stahl. Dieses Mantelrohr ist mit zusätzlichem passivem Korrosionsschutz (Bitumenumhüllung, PE-Umhüllung o. ä.) ausgestattet.
Es wird als starres Rohrsystem (in Form von werkseitig vorgefertigten Baueinheiten) oder als flexibles Rohrsystem (ebenfalls werkseitig vorgefertigt aber als "Endlosrohr") geliefert.
Die konventionelle Bauweise von Stahlmantelrohren ist das starre Rohrsystem. Dabei wird das starre Innenrohr mit Gleit- oder Festlagern versehen, anschließend mit Mineralwolle gedämmt und in ein Mantelrohr aus Stahl hineingeschoben.
Zwischen der Dämmung und dem Mantelrohr entsteht ein Luftspalt (Luftringraum) der es ermöglicht, dass das fertig montierte Rohrsystem evakuiert werden kann. Dadurch entzieht man dem Innenraum des Rohrsystems, je nach Enddruck, die komplette Feuchtigkeit (es wird "vakuumgetrocknet") und der Wärmeverlust reduziert sich im Betrieb um einen beträchtlichen Wert.
Der Vakuumdruck liegt in der Regel bei etwa 4 hPa (4 mbar). Nach dem "Erstvakuum" belässt man es vielfach bei diesem Zustand; dabei wird sich der innere Vakuumdruck im Laufe der Zeit durch die Leckraten des Gesamtsystems wieder reduzieren und es wird nach einem gewissen Zeitraum ein erneutes Evakuieren durchgeführt.
Teilweise wird der Mantelrohrinnenraum nach der ersten Evakuierung mit einem inerten Gas gefüllt und unter leichtem Überdruck gehalten.
Eine andere Variante ist der Betrieb des Stahlmantelrohres unter Dauervakuum. Dazu sind jedoch Vakuumpumpstationen auf der Rohrtrasse erforderlich.
Der Mantelrohrinnenraum der Stahlmantelrohre wird in einem definierten Druckbereich gehalten und die Vakuumpumpen über Druckschalter gesteuert.
Der "Vakuumbetrieb" lässt im groben Rahmen eine Lecküberwachung zu. Dazu wird der Vakuumdruck bzw. die Stillstandzeiten der Vakuumpumpen kontrolliert.
Ein plötzlicher Bruch des Vakuum deutet auf eine Undichtigkeit oder Leckage hin; der Fehlerort ist dabei aber nicht bekannt und ist äußerst schwer zu lokalisieren.
Das BRANDES-System ist bei diesem starren Rohrsystem auch unter Vakuum einsetzbar und ortet Leckagen automatisch und unmittelbar nach deren Erkennung.
Das BRANDES-System ist bei der Evakuierung zusätzlich auch in der Lage, den Trocknungsprozess messtechnisch aufzuzeigen, was gerade bei einer einmaligen Evakuierung zu einer weiteren Sicherheit führt.
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